ADHS – Abklärung und Diagnose

Die international verwendete Diagnose Aufmerksamkeits-Defizit-Hyper/Hypoaktivitäts-Syndrom wird von der IV in der Verordnung über die Geburtsgebrechen aufgeführt (GgV 404). Mittlerweile ist belegt, dass sich das Syndrom über alle Lebensphasen bemerkbar macht und eine entsprechende Diagnose auch im Erwachsenenalter die Betroffenen entlasten und zu einer starken Verbesserung der Lebensbiographie führen kann. Die am 18.06.2018 offiziell von der WHO vorgestellte ICD 11 berücksichtigt nun diese neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Eine Abklärung ist deshalb in jedem Alter sinnvoll. Die Beratungsstellen von elpos unterstützen Sie mit Adressen von anerkannten Fachzentren und stehen mit Rat und Tat während der oft langen Wartefrist an Ihrer Seite. 

Die Therapieerfolge sind umso grösser, je früher die Abklärung stattfindet. Zögern Sie deshalb nicht, rasch um Beratung zu fragen, wenn Unsicherheiten zum Verhalten Ihres Kindes auftreten. Die Beratungsstellen wissen, dass bereits kleine Bemerkungen von Bekannten zu Erziehung und Verhalten grosse Unsicherheiten auslösen können und dass erste Hilfestellungen viel Druck wegnehmen.

Die Diagnose ist aufwendig und erfolgt in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten. Jeder Schritt hat seine Berechtigung, denn es gilt andere organische und psychische Störungen, welche ADHS-ähnliche Symptome aufweisen, auszuschliessen. So sind sowohl internistische als auch neurologische Differentialdiagnosen zwingend notwendig. Auch die Abklärung von komorbiden Störungen gehört dazu. Die Diagnose kann nur durch entsprechend ausgebildete Fachleute gestellt werden. Erst danach können sinnvolle Therapien eingeleitet und erfolgreich durchgeführt werden.

Zur Diagnose gehören auch Selbstauskünfte mittels standardisierten Fragebögen. Damit können unter anderem Teilleistungsstörungen wie Legasthenie, Dyskalkulie und mögliche Koordinationsstörungen erkannt werden.

Stellen Sie auf Grund der Diagnose ihres Kindes fest, dass sie womöglich auch betroffen sein könnten, lohnt sich die Nachfrage nach spezialisierten Erwachsenenpsychiaterinnen und –psychiatern. Sie können auf Grund Ihrer Ausbildung die oft vorliegenden sekundären psychischen Erkrankungen als Überlagerung der primären ADHS diagnostizieren und so eine gezielte Therapie durchführen.

Wie bei allen Erkrankungen und Gebrechen gilt auch für ADHS, dass erst die Abklärung (Anamnese) und exakte Diagnose zu einer massgeschneiderten und damit erfolgsversprechenden Therapie führen können.

xeiro ag