ADHS und Schule

Die Schulzeit ist für Betroffene, Eltern und Lehrer eine schwierige Zeit. Die Lehrpersonen sollen ein riesiges Pensum möglichst effizient vermitteln. Sie sollen die Stärken jedes einzelnen Kindes erkennen und fördern und die Schwächen ausmerzen. Zudem soll jedes Kind einerseits gleich und andererseits individuell, situativ und flexibel unterrichtet werden. Die Klassen sind mit durchschnittlich 25 oder mehr Kindern zu gross und gleichzeitig die Budgets so stark gekürzt, dass eine sinnvolle Berücksichtigung der verschiedenen Bedürfnisse äusserst schwierig wird. Inklusion so wie von der Politik gedacht, kann unter diesen Vorgaben nur beschränkt stattfinden. In diesem Umfeld, wo Schüler schon sehr früh selber planen und strukturiert arbeiten müssen, haben ADHS-Betroffene auf Grund der zeitlich verzögerten Entwicklung der exekutiven Funktionen schlechte Karten. Obschon der IQ in der Gauss‘schen Verteilungskurve um 5,6 Punkte nach rechts in den Hochbegabtenbereich verschoben ist, müssen 80% (gegenüber 27% der nicht Betroffenen) einmal eine Klasse wiederholen. 40% (gegenüber 4%) verlassen die Schule ohne Abschluss. Die Tatsache, dass ADHS-Betroffene ihre Fähigkeiten nicht ausschöpfen können, in der Schule auf Grund ihres andersartigen Verhaltens gemobbt werden und rasch in eine negativen Spirale geraten, führt zu psychischen Sekundärerkrankungen.

Die Regionalvereine elpos beraten nicht nur Betroffene und Angehörige sondern auch Kindergarten- und Lehrpersonen. Da die Lösung in strukturiertem Lernen und geführtem Unterricht ohne Repression liegt, profitieren alle Kinder von einem entsprechend angepassten Unterricht. Für die Lehrpersonen kann dies entlastend sein, weil sie die verschiedenen Ebenen des Lernens gezielter einsetzen und sich so selber vor Überforderung schützen kann.

xeiro ag