Therapien und ADHS

Nach einer sorgfältigen Abklärung und Diagnose stellt sich die Frage, welche Therapien für die Betroffenen und ihr Beziehungsumfeld hilfreich sein können. Die Anforderungen an Kinder und Erwachsene steigen stetig. Alle sollen den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechend funktionieren und der Optimierungsdruck ist gross. Für ADHS-Betroffene, welche Reize von innen und aussen nur mit gezieltem Training und bewusstem Umgang ausfiltern können, sollte das Motto „nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich“ insbesondere von Vätern, Lehrpersonen und Institutionen wie Sportvereinen immer wieder verinnerlicht werden.

Die multimodale Behandlung, also die gleichzeitige oder zeitlich abgestimmte Abfolge von verschiedensten Behandlungsmethoden ermöglicht eine individuell angepasste Therapie.

Psychoedukation 

Das Wort „Psychoedukation“ umschreibt die Tatsache, dass ADHS-Betroffene, Ihre Angehörigen und Ausbildungspersonen die medizinisch-wissenschaftlichen Gegebenheiten verstehen können und damit die Betroffenen nicht noch zusätzlich unter Druck setzen, sondern Ihnen Freiräume für sinnvolles positives Verhalten eröffnen. Die Regionalvereine von elpos bieten Vorträge und Kurse an, in welchen Wissen erworben und hilfreiche Verhaltensweisen eingeübt werden können.

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie geht vom Ansatz aus, dass sich Fühlen, Denken und Handeln gegenseitig beeinflussen. Durch bewusste oder unbewusste Lernprozesse lassen sich alle drei Bereiche verändern. In der Verhaltenstherapie kommen pragmatische, lösungsorientierte, auf Basis neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelte psychotherapeutische Methoden zum Einsatz. Im Baukastensystem werden für das Leben notwendige Verhaltensweisen und Lernstrukturen aufgebaut und kontinuierlich weiter entwickelt. Die Trainings beinhalten Übungsprogramme am PC und Übungsblätter, die sogenannten exekutiven Funktionen werden gezielt gestärkt. Durch Spiele und das Üben von Alltagssituationen in Rollenspielen können soziale Kompetenzen geübt und die Selbstwahrnehmung und Selbstkompetenz gestärkt werden. 

Medikamentöse Therapie

Von Homöopathie bis verschreibungspflichtigen Medikamenten ist die Bandbreite gross. Studien zeigen, dass sich Eltern ausgesprochen verantwortungsvoll verhalten und der Leidensdruck extrem sein muss, bevor der nächste Schritt gegangen wird. Wichtig ist, dass eine medikamentöse Behandlung in Absprache mit Fachleuten und in einer definierten Zeitspanne stattfindet. Manchmal sind andere Therapien erst möglich, wenn Komorbiditäten wie Depressionen, Angstzustände oder Suchtverhalten eingeschränkt werden können. 

Individuelle Unterstützung

Mittels Heilpädagogischer Früherziehung, Lerntherapie, Ergotherapie, Psychomotorik, Neurofeedback und weiteren Therapien können zusätzlich gezielt Schwächen ab- und Stärken aufgebaut sowie das Selbstbewusstsein gefördert werden.

In Zusammenarbeit mit Fachleuten aus den verschiedensten Wissensgebieten hat elpos eine Fachpublikation zum Thema „Was hilft bei ADHS“ erarbeitet. Diese ist bei Ihrem Regionalverein oder beim Dachverband erhältlich.

 

xeiro ag